Phytotherapie - Pflanzenheilkunde 
 

Jahrtausende alte Erfahrungen

Die Menschen aller Kulturen haben zu allen Zeiten die vielseitigen Wirkungen der Pflanzen bei Erkrankungen genutzt. So wie es auch heute bei manchen Tieren zu beobachten ist, haben mit aller Wahrscheinlichkeit in einer Mischung aus Instinkt und Erlerntem schon die Menschen der Steinzeit bestimmte Pflanzenteile gegessen, um damit gegen bestimmte Missempfindungen vorzugehen. 

Seit die Menschen zu mündlichen oder schriftlichen Überlieferungen fähig sind, ist das Wissen über die Wirksamkeit der Pflanzen bzw. pflanzlicher Zubereitungen überliefert worden. Daraus hat sich in den meisten Kulturen eine auch heute noch praktizierte Erfahrungsheilkunde entwickelt. 

Berberitze (Berberis Vulgaris)Berberitze (Berberis Vulgaris)
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Die abendländische Heiltradition verfügt über einen Arzneischatz der über eine jahrtausende alte Anwendungstradition zurückblickt. Von Altertum und Mittelalter bis hin in die Neuzeit hat sich in Handschriften, Kräuterbüchern, in medizinischen und volksheilkundlichen Erfahrungsberichten immer mehr Wissen über Verwendung und Zubereitung pflanzlicher Arzneimittel angesammelt.

Von ständiger Neugier getrieben lernten die Menschen schon in vorhistorischer Zeit den Gehalt der Inhaltsstoffe bei Kräutern und Wildpflanzen als Heilmittel zu nutzen. Sicher ist es kein Zufall, dass die großen Kräuterkundigen wie die heilige Hildegard von Bingen, der Dominikaner Albertus Magnus, in jüngerer Zeit Sebstian Kneipp und Maria Treben, alles gläubige Menschen waren und von der "Apotheke Gottes" sprachen. 

Heilpflanzen teilte man einst in sogenannte "Signaturpflanzen" bzw. "Sympathiepflanzen" ein. Die Signaturlehre ging davon aus, dass Pflanzen  Zeichen tragen, die dem Menschen kundtun, gegen welche Krankheit oder zu welchem Nutzen sie eingesetzt werden, wovor sie schützen oder was sie auslösen können: 
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"Ähnliches mit Ähnlichem kurieren". 

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Als Fingerzeig der Natur galt z.B. die Form (z. B. beim Lungenkraut), die Farbe einer Pflanze oder der Geruch.

Lungenkraut

Seit uralter Zeit glaubte man, seine Krankheiten, Leiden und Gebrechen auf Pflanzen übertragen zu können, um sich selbst davon zu befreien. Hauptsächlich waren es große Pflanzen, die man zu den "Sympathiepflanzen" zählte, wie Bäume, Sträucher und Gebüsche. Eichen, Linden, Birken , Weiden und Holunderbüsche sind die bekanntesten. 

"Magie aus der Teetasse" könnte man die heutige Anwendung der Heiltees nennen 
und ganz ohne "Zauber" helfen die heute wissenschaftlich als heilkräftig bewiesenen Inhaltsstoffe vieler Pflanzen bei Krankheiten.  In der Aromatherapie ist sozusagen der "Zaubergeist" in der Flasche"! 

Im Deutschen Arzneibuch (DAB), der Bibel des Apothekers, dürfen nur solche Kräuter stehen, deren Inhaltsstoffe chemisch genau charakterisiert sind. 

Der geforderte Nachweis auf Wirksamkeit  und Unbedenklichkeit für jedes einzelne Kraut ist jedoch weder vom chemischen noch vom finanziellen Aufwand her machbar. 
Nach heutigem Wissensstand soll es rund 12000 Heilpflanzen geben; zwischen 1960 und 1990 wurden rund 300 Kräuter aus dem DAB gestrichen.

Was sich vor allem auch geändert hat, ist die Terminologie: 
"Wurde einst Basilikum nachgesagt, dass es "Schutz gegen Unheil" biete, "gut fürs Herz" und schließlich ein "Sorgenbrecher" sei, wird es heute schlicht als antidepressiv und ausgezeichnetes prophylaktisches Nerventonikum bezeichnet". 
 

Phytotherapie und Homöopathie

Da in der Homöopathie viele Arzneipflanzen genutzt werden die auch in der Phytotherapie vorkommen, werden beide Heilweisen häufig verwechselt. Die Prinzipien, die der Homöopathie zu Grunde liegen, unterscheiden sich aber wesentlich von denen der Phytotherapie.
 

Arzneipflanzenforschung

Seit den letzten ca.50 Jahren werden in zunehmendem Maße auch naturwissenschaftlich-medizinische Methoden zu Erforschung von Wirk- und Inhaltsstoffen, zur Aufklärung der Wirkungsweise und zu der Anwendung von Arzneipflanzen eingesetzt. Dabei wird die Heilkraft einer Pflanze mit der Wirkung ihrer isolierten Inhaltsstoffe verwechselt; die Heilpflanze wird zum Wirkstoffträger reduziert. Unzählige der seit Jahrhunderten bewährten Drogen erhalten Negativmonographien, weil die Wissenschaft über keine adäquaten Nachweismethoden verfügt. Das Gänseblümchen wird trotz seines hochpotenten Wirkstoffgemischs mit einer Nullmonographie versehen. Wenn es so weitergeht, wird von der einstigen Fülle pflanzlicher Arzneien bald nur noch eine Handvoll standardisierter Monopräparate verbleiben: Johanniskraut für die Psyche, Mariendistel für die Leber, Schöllkraut für die Galle, usw.
 

Phytotherapeutische Anwendung

Die Wirksamkeit und Verträglichkeit der meisten traditionell genutzten Heilpflanzen konnte durch die moderne Arzneipflanzenforschung bestätigt werden. Viele, früher fremde Arzneipflanzen sind in unseren Arzneischatz integriert worden (z.B. die der traditionellen chinesischen Medizin). 

Durch konsequente Erforschung pflanzlicher Extrakte sind der Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) besonders in den letzen zwei Jahrzehnten neue Anwendungsgebiete (z.B. die Senkung erhöhter Blutfettwerte) erschlossen worden. Insgesamt ist die Pflanzenheilkunde bei vielen Erkrankungen und Befindlichkeitsstörungen, als eine ausreichend wirksame und zumeist gut verträgliche Alternative zu chemisch synthetischen Arzneimitteln zu sehen. Sie erfreut sich hoher Anerkennung durch Patienten und Fachleute und ist fester Bestandteil unseres Gesundheitswesens. 

Die Anwendung der Phytotherapie ist heute mehr auf standartisierte Fertigpräparate und Monosubstanzen aus Heilpflanzen beschränkt (Phytopharmaka). 

Individuelle Teerezepturen, eine alte aber nicht veraltete Arzneiform, zu Erkrankungen und funktionellen gesundheitlichen Störungen bleiben aber in der Verordnung des Phytotherapeuten eine nicht zu vernachlässigende wirksame Hilfe zum Wohl und zur Gesundheit seiner Patienten. 

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Individuelle Phytotherapie in der

Praxis Benner
Praxis für ganzheitliche Therapie- und Präventivkonzepte

Seit 1975 in Wuppertal

Behandlung und gesundheitliche Vorbeugung

Klaus J. Benner
Heilpraktiker

42275 Wuppertal - Berliner Str. 125
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iLetzte Aktualisierung: 27. September 2010