Grippale Infekte
 

Was sind grippale Infekte?

Ansteckende, entzündliche Erkrankungen der Atemwege mit grippeähnlichen Beschwerden wie Husten, Schnupfen, Heiserkeit, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Mattigkeit und Fieber. 
 

Was sind die Ursachen meiner Beschwerden?

Viren, über 200 verschiedene. Sie haben sich angesteckt bei jemandem, der erkältet ist und in Ihrer Nähe gehustet, geniest oder sich geschnäuzt hat. Wegen der Vielzahl der Erreger kann man gegen bestehende grippale Infekte nicht impfen. 
 

Welche Möglichkeiten der Selbstbehandlung gibt es für mich?
 

  • Ernährung 
  • Verhalten 
  • Körperliche Schonung 
  • Hausmittel bei Halsschmerzen 
  • Hausmittel bei Schnupfen 
  • Hausmittel bei Husten 
  • Hausmittel bei Fieber 
  • frei verkäufliche Arzneimittel 


Welches Essen, welche Getränke sind jetzt gut für mich?

Trinken Sie viel: Vitamin C- haltige Säfte wie Orangen- oder Pampelmusensaft, Kräutertee wie Fenchel oder Lindenblüte, Mineralwasser. 

Ihr Körper braucht jetzt Kraft, um die Krankheitserreger unschädlich zu machen, aber wahrscheinlich haben Sie eher weniger Appetit als sonst. Essen Sie darum lieber leichte, vitaminreiche Kost wie Gemüse- oder Hühnerbrühe, frisches Obst, Salate. 
 

Wie verhalte ich mich richtig, um meine Beschwerden zu lindern?

Wenn Sie frieren, nehmen Sie ein warmes Bad, um die Heilreaktion Ihres Körpers, das Fieber, zu unterstützen. Die Badetemperatur sollte bei 37° C liegen, höhere Temperaturen würden Ihren Kreislauf jetzt zu stark belasten. Ätherische Öle als Badezusatz erleichtern das Atmen, z.B. Eukalyptus, Pfefferminze, Lavendel, Rosmarin, Nelken, Zimtrinde etc. (für Kinder erst ab 6 Jahren). 

Halten Sie Ihren Körper warm, wenn Sie Schüttelfrost haben, z.B. durch warme Kleidung oder Decken. Manchmal hilft auch heißer Kräutertee oder ein Glas Grog. 

Halten Sie Ihre Atemwege feucht, ein bewährtes Mittel dafür ist Kamillendampf: 1 Handvoll Kamillenblüten mit siedendem Wasser übergießen, großes Handtuch über den Kopf ziehen, Kamillendampf 5-10 Minuten einatmen. 

Inhalieren Sie ätherische Öle, stellen Sie eine Duftlampe mit ätherischen Ölen ins Zimmer. 

Husten und Schnupfen sind nachts besonders lästig, reiben Sie Brust und Rücken über Nacht ein mit einer Salbe aus ätherischen Ölen, z.B. Menthol- oder Kampferbalsam (Kinder ab 6 Jahre). Halten Sie die Raumluft feucht durch Luftbefeuchter. 

Vermeiden Sie es, andere anzustecken. Wenn Sie husten, niesen oder sich schnäuzen müssen, achten Sie darauf, zu anderen Personen einen Abstand von 1,5 m einzuhalten, denn Ihr Grippaler Infekt wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. 
 

Wie schone ich meinen Körper jetzt am besten? 

Gönnen Sie sich jetzt ein paar Tage Ruhe und bleiben Sie im Bett, solange Sie Fieber haben. Wenn das Fieber vorbei ist, gewöhnen Sie sich langsam wieder an regelmäßige Bewegung. 
Machen Sie einen Spaziergang oder leichte Gymnastik, damit der Kreislauf wieder in Schwung kommt. Gehen Sie nicht am ersten fieberfreien Tag schon wieder zur Arbeit, bedenken Sie, dass Sie Ihre Kollegen anstecken oder einen Rückfall erleiden können, der meist schlimmer verläuft als die Ersterkrankung. 

Kurieren Sie Ihren grippalen Infekt aus, bevor Sie Ihre gewohnte Arbeit wieder aufnehmen. 
 

Welche Hausmittel lindern meine Halsschmerzen?

Bewährt ist Gurgeln mit Salzwasser, z.B. Emser Salz, 1 Teelöffel auf ein großes Glas warmes Wasser oder Gurgeln mit Salbeitee. 

Hilfreich sind auch Halswickel: Decken Sie mit einem kalten, feuchten Tuch den ganzen Hals ab, wickeln Sie darüber ein trockenes Abdecktuch. (Nähere Informationen unter Wickelanwendungen)
 

Welche Hausmittel lindern meinen Schnupfen?

Spülen Sie Ihre Nase mit Salzwasser, 1 Teelöffel auf ein großes Glas warmes Wasser, füllen Sie das Salzwasser in eine Schnabeltasse, 1 Nasenloch zuhalten, in das andere Salzwasser hoch schniefen; Wasser, das in den Rachen läuft, ausspucken. Oder füllen Sie das Salzwasser in einen Zerstäuber und sprühen es in die Nase ein. 

Denken Sie daran, zum Naseputzen ausschließlich Papiertaschentücher zu benutzen und sie nur einmal zu verwenden. Ein Saunabesuch beschleunigt die Heilung des Schnupfens. 
 

Welche Hausmittel lindern meinen Husten?

Trinken Sie heiße Milch mit Honig. 

Als krampflösend bei Husten hat sich bewährt: Anisaufguss, 15 g Körner auf 1 Liter siedendes Wasser, 10 Minuten ziehen lassen, oder Fenchelaufguss, 15 g Körner auf 1 Liter siedendes Wasser, 10 Minuten ziehen lassen. 

Wenn der Husten wegen des zähflüssigen Schleims besonders anstrengend und schmerzhaft ist, brauchen Sie einen schleimlösenden Hustensaft: Zwiebeln in Scheiben schneiden, mit Honig Saft ziehen lassen, von dem Saft mehrmals täglich einen Teelöffel voll einnehmen. 

Lösen Sie echte Lakritze in heißem Kräutertee auf und trinken Sie ihn. 
 

Welche Hausmittel helfen bei Fieber?

Fieber ist eine Heilreaktion des Körpers und keine Krankheit. Fieber hilft Ihnen, den grippalen Infekt schneller wieder los zu werden, denn die Erkältungsviren vertragen höhere Temperaturen schlecht. Senken Sie das Fieber erst, wenn es zur Belastung für den Kreislauf wird, also ab 39° C. 

Ein bewährtes Hausmittel zur Fiebersenkung sind kalte Wadenwickel. (Nähere Informationen unter Wickelanwendungen)
 

Teemischung bei Grippalen Infekten
 
Diese Teemischungen dienen der Unterstützung der Behandlung fieberhafter Erkältungskrankheiten, bei denen eine Schwitzkur erwünscht ist. Sie bewirken eine leicht Fiebersenkung, Umstimmung und Erhöhung der körpereigenen Abwehrkräfte.
 

Teemischung 1:

Lindenblüten (Tiliae flos)  40,0 g 
Weidenrinde (Salicis cortex)  30,0 g 
Holunderblüten (Sambuci flos)  20,0 g 
Hagebuttenschalen (Cynosbati fructus)   5,0 g 
Quendelkraut (Serpylli herba):   5,0 g 
 

Teemischung 2:

Holunderblüten (Sambuci flos)  40,0 g 
Thymianblätter (Thymi folium)  30,0 g 
Weidenrinde (Salicis cortex)  20,0 g 
Ringelblumenblüten (Calendulae flos)   5,0 g 
Schwarze Johannisbeerblätter (Ribes nigri folium)   5,0 g 


Zubereitung:
1 Esslöffel der Teemischung mit siedendem Wasser (ca. 150 ml) übergießen, bedeckt etwa 10 Minuten ziehen lassen und durch ein Sieb geben. Soweit nicht anders verordnet, mehrmals täglich 1 Tasse des frisch bereiteten Tees trinken.

Hinweis:
Teemischungen vor Licht und Feuchtigkeit geschützt aufbewahren.
 

Welche Arzneimittel kann ich in der Apotheke kaufen?
 

  • Salzhaltige Lutschpastillen z.B. Emser Pastillen 
  • Halsschmerztabletten 
  • Mittel zum Gurgeln bei Halsschmerzen 
  • Nasentropfen, Nasenspray 
  • Homöopathisches Nasenspray 
  • Nasensalbe 
  • Hustensaft, Hustentropfen 
  • Hustentee 
  • Erkältungstee 
  • Kräuterauszüge auf Alkoholbasis (Melissengeist) 
  • Naturheilmittel, die Echinacin enthalten (Steigerung der Abwehrkräfte), nur kurzfristig anwenden
  • Menthol- oder Kampferbalsam 
  • Ätherische Ölmischungen 
  • Vitamin C-Tabletten oder Multivitamintabletten 
  • Erkältungsbäder 
  • Homöopathische Fiebermittel 
  • Acetylsalicylsäurehaltige Schmerz- und Fiebermittel 
  • Paracetamolhaltige Schmerz- und Fiebermittel 
  • Mischpräparate (enthalten außer dem Schmerz- und Fiebermittel zusätzlich Vitamine, Koffein u.a.) 


Was sollte ich bei Arzneimitteln besonders beachten?

Abschwellendes Nasenspray sollten Sie ohne ärztliche Verordnung nicht länger als 3 Tage anwenden. 

Schmerz- und Fiebermittel nur kurzfristig einnehmen. 

Achten Sie bei Schmerzmitteln mit Acetylsalicylsäure auf Gegenanzeigen wie Überempfindlichkeit gegen Acetylsäure, Blutungsneigung, Magen-Darm-Geschwüre. 
Achten Sie bei Schmerzmitteln mit Paracetamol auf Gegenanzeigen wie Sorbitol- bzw. Fructose-Unverträglichkeit, angeborener Enzymmangel (Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenes). 
 

Was kann ich vorbeugend tun?

Ernähren Sie sich vitaminreich. Wenn Sie Raucher sind oder um Sie herum viele erkältet sind, genehmigen Sie sich eine zusätzliche Portion Vitamin C. 

Körperliche Abhärtung durch Kaltwasser oder eine kurmäßigen Anwendung des großen Körperwickels macht Sie widerstandsfähiger. Regelmäßiger Saunabesuch oder Aufenthalt an der frischen Luft täglich und bei jedem Wetter stärken Ihre Abwehrkräfte. (Nähere Informationen unter Wickelanwendungen)

Auch Sonnenlicht ist wichtig für Ihre körpereigenen Abwehrkräfte, gehen Sie bei verregnetem Sommer oder in der dunklen Jahreszeit ab und zu mal auf die Sonnenbank. 

Zur kalten, feuchten Jahreszeit, wenn viele erkältet sind, sollten Sie Menschenansammlungen in geschlossenen Räumen meiden. 

Passen Sie Ihre Kleidung der Außentemperatur an, das gilt besonders für Frühjahr und Herbst, wenn es morgens und abends oft empfindlich kalt, mittags aber recht warm ist. 
Nehmen Sie Naturheilmittel zur Stärkung der Abwehrkräfte, 2-mal im Jahr kurmäßig ein über 4 bis 6 Wochen. 

Reduzieren Sie Stress oder lernen Sie, Stress abzubauen durch Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation, Yoga oder Tai Chi. 
 

Wann muss ich unbedingt zum Arzt?
 

  • Wenn das Fieber über 39° C ansteigt 
  • Wenn das Fieber mehr als 3 Tage über 38° C bleibt (Kinder: 2 Tage) 
  • Wenn sehr starke Schmerzen auftreten: Ohrenschmerzen, Stirn- und/oder Gesichtskopfschmerz mit Schmerzen beim Kauen, Lungen- oder Brustschmerz, dick geschwollene Mandeln. 
  • Wenn extreme Schluckbeschwerden, extremer Appetitverlust oder keuchende Atmung auftritt. Wenn Kurzatmigkeit bei geringer Belastung besteht. 
  • Wenn große Schleimmengen oder grüner oder blutiger Schleim abgesondert werden. 
  • Wenn nach einer Woche Selbstbehandlung keine Besserung eintritt. 

 

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