Achtung: Lebensmittelvergiftung

Lesen Sie bitte auch unter: Grundsätzliches bei Vergiftungen
 

Bei Verdacht auf Lebensmittelvergiftung in jedem Fall ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Sie tummeln sich millionenfach überall – auch in unserem Essen: Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten. Das Abwehrsystem des menschlichen Körpers wird in der Regel gut mit der feindlichen Flut der Mikroorganismen fertig, doch einige gefährliche Keime können schwere Erkrankungen hervorrufen. Mit welchen Speisen sollte man vorsichtig sein?
 

Lebensmittelvergiftungen 

Die Zahl der Lebensmittelvergiftungen steigt weltweit an. Eine Ursache für die Zunahme der Erkrankungen sind die weiten Transportwege, die fast alle Nahrungsmittel heutzutage zurücklegen, sowie die moderne Massentierhaltung. Beide Faktoren begünstigen die Ausbreitung von vorhandenen Erregern. Begünstigt wird das Wachstum der Erreger, wenn Speisen nicht richtig gelagert und nicht ausreichend erhitzt werden.

Die Bandbreite von Lebensmittelvergiftungen ist groß. Der Schweregrad der Infektionen reicht von leichten Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu tödlichem Verlauf durch Atemstillstand.
 

Salmonellen – Vorsicht mit Rohei-Speisen 

Fast dreiviertel der Salmonellen-Infektionen werden durch Rohei-haltige Speisen ausgelöst; ein ebenso großer Teil der Erkrankten infiziert sich über Großküchen-Essen. Salmonellen kommen auch häufig in Hack, Geflügel und Fisch vor.

Salmonellen-Bakterien können zu einem zwei- bis achttägigen fiebrigen Brechdurchfall führen, der im schlimmsten Fall tödlich endet. 
Inkubationszeit: fünf bis 72 Stunden
 

Eiterkeime – wenn in der Küche unsauber gearbeitet wird 

Eiterkeime (Staphylokokken-Bakterien) gelangen bei der Essenszubereitung über Wunden in die Speisen. Sie besiedeln oft Kartoffel-, Fleisch- und Geflügelsalat, gekochten Schinken und Cremes. 

Eiterkeime lösen ein- bis zweitägige fiebrige Brechdurchfälle aus.
Inkubationszeit: ein bis zwei Tage
 

Botulismus – Vorsicht mit beschädigten Konserven 

Botulismus ist eine seltene, aber unter Umständen tödlich verlaufende Erkrankung, die durch Clostridium botulinum-Bakterien ausgelöst wird. Die Bakterien besiedeln nicht ausreichend erhitzte Konserven (besonders hausgemachte) sowie ungenügend geräucherten rohen Schinken und Räucherfisch. 

Clostridium-botulinum-Bakterien bilden ein Nervengift, das Sehstörungen und Schluckbeschwerden hervorruft und unbehandelt zum Atemstillstand führt. 
Inkubationszeit: zwei Stunden bis sechs Tage

Hinweis: Meiden Sie aufgewölbte Dosen und Vakuumverpackungen mit Fleisch oder Fischwaren sowie von alleine aufgegangene Einmachgläser – sie könnten infiziert sein.
 

Histamin – Vorsicht mit verdorbenem Fisch 

Histamin ist ein mikrobielles Stoffwechselprodukt, das vor allem über verdorbenen Fisch (besonders Makrele und Tunfisch) übertragen wird.

Histamin führt zu Erbrechen und Herzjagen.
Inkubationszeit: bis zu einer Stunde
 

Hepatitis-A-Viren – Vorsicht mit unsauberem Trinkwasser 

Hepatitis-A-Viren sind vor allem in verunreinigten Lebensmitteln und unsauberem Trinkwasser vorhanden. Besonders auf Reisen in südliche Länder besteht Infektionsgefahr. Schutz bieten nur die sorgfältige Beachtung von Hygieneregeln und eine Impfung.

Hepatitis A-Viren lösen zunächst Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und grippeartige Symptome aus und führen später zu Gelbsucht. 
Inkubationszeit: zwei bis vier Wochen
 

Toxoplasmose – kein rohes Fleisch in der Schwangerschaft 

Toxoplasmose wird von Parasiten übertragen. Diese Parasiten finden sich vor allem in rohem und ungenügend gegartem Fleisch. Gefährlich ist Toxoplasmose vor allem während der Schwangerschaft: Frühgeburten und Missbildungen beim ungeborenen Kind drohen. Erwachsene erkranken in der Regel nicht. 

Hinweis: Schwangere sollten vollständig auf rohes Fleisch verzichten. 
 

Schimmel kann dauerhaft schädigen 

Schimmel kann Pilzgifte (Mykotoxine) bilden. Das bekannteste Pilzgift ist das Aflatoxin, welches vor allem in Nüssen (Erd-, Paranüssen, Pistazien) und Getreideprodukten gefunden wird. Daher sollte man verschimmeltes Brot stets wegwerfen.

Diese Pilzgifte wirken chronisch und schädigen Leber, Nieren, Herz, Haut und Nerven. Sie wirken krebsauslösend (Leber, Niere) und können – im Falle einer Schwangerschaft – zu embryonalen Missbildungen führen.
 

zurück zu Bauchschmerzen
zurück zu Erbrechen
zurück zu Durchfall