Schürf- und Kratzwunden
 

Was sind Schürf- und Kratzwunden?

Blutende Verletzungen der Haut und des darunter liegenden Gewebes. Oft gelangen Schmutz und Fremdkörper in die Wunde.
 

Was sind die Ursachen meiner Beschwerden?

  • Verletzung durch Unfall 
  • Verletzung durch Fremdeinwirkung z.B. Kratzer von Tieren 

Welche Möglichkeiten der Selbstbehandlung gibt es für mich?

  • Wundversorgung 
  • Verbandwechsel 
  • Hausmittel 
  • Frei verkäufliche Arzneimittel 

Wie versorge ich die Wunde richtig?

Reinigen Sie nur die Wundränder mit einer antiseptischen Flüssigkeit und entfernen Sie sichtbare Fremdkörper mit einer Pinzette. Waschen Sie die Wunde nicht aus, sondern verbinden Sie die Wunde keimfrei mit einem Pflaster (Wundschnellverband) oder mit einer keimfreien Abdeckung und Verband (Verbandspäckchen, Zellstoffmullkompressen, die mit Mullbinden, Pflaster oder Dreieckstuch befestigt werden). 

Nur wenn die Hautverletzung durch Kratzwunden von Tieren hervorgerufen wurde, darf die Wunde mit 3 %iger Wasserstoffperoxidlösung ausgewaschen werden, weil bei Verletzungen durch Tiere eine höhere Infektionsgefahr besteht.

Wenn bei stark rinnender Blutung der Verband durchblutet, legen Sie einen Druckverband an: Fixieren Sie eine Mullbinde oder Ähnliches auf der Wunde. Wenn auch das durchblutet, 2. Mullbinde oder Ähnliches darüber mit Druck fixieren, bis die Blutung steht. Lagern Sie die verletzte Gliedmaße hoch, oder halten Sie sie über Herzhöhe hoch.
 

Was muss ich bei Wunden besonders beachten?

Achten Sie darauf, wann die letzte Tetanus-Schutzimpfung war. Liegt sie mehr als 5 Jahre zurück, sollten Sie den Impfschutz erneuern lassen. Wenn ein wildes Tier Sie verletzt hat oder ein Haustier, das sich auffällig verhält, gehen Sie unverzüglich zum Arzt.
 

Was muss ich beim Verbandwechsel beachten?

Wenn die Wunde zu heilen beginnt, kommt es vor, dass Pflaster oder Verbandmull an der Wunde festkleben. Trennen Sie bei einem Pflaster mit einer kleinen Schere den Gazeteil von den Klebestreifen, tauchen Sie dann die Wunde in warmes Wasser, dem auf 1 Liter 1 Teelöffel Salz beigefügt wurde. Lassen Sie Wunde und Pflaster aufweichen und entfernen Sie den Gazeteil vorsichtig von der Wunde. Befeuchten Sie die Klebeteile des Pflasters mit Babyöl oder Alkohol, dann lösen sie sich leicht. 
 

Welche Hausmittel fördern die Heilung?

Bereiten Sie einen Tee aus: 60 g Sprossspitzen des Echten Lavendels, mit 1 Liter siedendem Wasser aufgießen, 10 Minuten ziehen lassen, abkühlen lassen oder 20 g Echter Thymian, mit 1 Liter siedendem Wasser aufgießen, 10 Minuten ziehen lassen, abkühlen lassen, waschen Sie damit die Wunde beim Verbandswechsel. Heilungsfördernd wirkt auch Kamillentee oder Kamillentinktur mit Wasser verdünnt.
 

Welche Arzneimittel kann ich in der Apotheke kaufen?
 

  • Pflaster 
  • Verbandspäckchen 
  • Mullbinden 
  • Sterile Zellstoff-Mull-Kompressen 
  • Kamille, Lavendel, Thymian 
  • Kamillentinktur 
  • Ringelblumensalbe zur Heilungsförderung 
  • Zinksalbe zur Heilungsförderung 
  • Andere heilungsfördernde Salben ( wie Bepanthensalbe) 
Wann muss ich unbedingt zum Arzt?
 
  • Wenn ein wildes Tier die Verletzung hervorgerufen hat. 
  • Wenn das Haustier, das die Verletzung hervorgerufen hat, sich auffällig verhält. 
  • Wenn Fremdkörper nicht selbst entfernt werden können. 
  • Wenn Wunden sehr stark bluten und die Blutung durch Druckverband nicht zu stillen ist. 
  • Wenn es sich um großflächige Schürfwunden oder tiefe Kratzwunden handelt. 
  • Wenn bei der Wundheilung Komplikationen auftreten: Schüttelfrost, Fieber, auffallend blasse Haut, Müdigkeit (Verdacht auf Blutvergiftung) 
  • Wenn die letzte Tetanusimpfung mehr als 5 Jahre zurückliegt. 

 

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