Grundsätzliches Verhalten bei Vergiftungen:
 

Ruhe bewahren! Jedes übereilte Verhalten verbietet sich.
Beratungsstelle, Hausarzt oder Notarzt anrufen und folgendes angeben:
 

  • Was? 
  • Wer hat sich vergiftet? (Alter und Körpergewicht) 
  • Wie? 
  • Wann? 
  • Wieviel? (mit wieviel) 
  • Auffällige Erscheinungen schildern. 
  • Insbesondere Bewußtseinslage, Atmung und äußere Auffälligkeiten 


Bei ausreichender Kenntnis der Situation kann die Beratungsstelle bei Vergiftungen oder auch der Hausarzt Entscheidungshilfen sowie Anweisungen zur Ersten Hilfe geben.

Deshalb:
Erst anrufen, dann handeln. Nur so können sowohl Unter- als auch Übertherapien wie unnötige Klinikaufenthalte verhindert werden.
 

Erste-Hilfe-Maßnahmen

Meine Tipps, wie Sie sich in typischen Notfall-Situationen verhalten sollten, sind keinesfalls ein Ersatz fürs Erste-Hilfe-Training. Sie sind eher als kleine Motivationshilfe gedacht, die eigenen Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen – am besten im Rahmen eines Kurses, wie er beispielsweise vom Deutschen Roten Kreuz und anderen Rettungsorganisationen angeboten wird. Erst praktische Übungen sorgen dafür, dass sich das Gelernte einprägt und im Ernstfall auch abrufbar ist. Für den akuten Notfall sind meine Ratschläge natürlich ebensowenig gedacht – erst den Computer zu starten, um nachzulesen, würde selbstverständlich viel zu lange dauern.
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Erste Hilfe
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Sachgemäßer Transport geht vor Schnelligkeit. Bei Erbrechen und Bewußtlosigkeit auf die Seite legen (stabile Seitenlagerung wie im Erste-Hilfe-Kurs demonstriert) oder Bauchlage, Kopf zur Seite und etwas überstrecken. Zunge nach vorne bringen. Atemwege freihalten, Transportbegleitung (evtl. Herzmassage oder Beatmung erforderlich). Giftreste (Originalbehälter, Erbrochenes) in Plastikbeutel verschlossen in die Klinik mitnehmen.
 

Maßnahmen bei Atemstillstand 

Beatmung: 
Atemwege, das heißt Mund- und Rachenraum, mit Finger oder Tuch freimachen, damit keine Fremdkörper (Erbrochenes usw.) in die Atemwege gelangen. Mund-zu-Mund oder Mund-zu-Nase-Beatmung.
 

Maßnahmen bei Herz-Kreislaufstillstand 

Bei Atemstillstand: 
2 x Mund-zu-Mund-Beatmung nach jeder 15. Herzmassage. 
Wenn die Wiederbelebung mit 2 Helfern durchgeführt wird , 1x Mund-zu-Mund-Beatmung nach jeder 5. Herzmassage.  

Grundlage Herzmassage: 
Flache Rückenlage auf festem Untergrund (Fußboden). Die Handballen werden übereinandergekreuzt und auf das untere Brustbeindrittel gelegt. Mit gestreckten Armen rhythmisches Niederdrücken des unteren Brustbeindrittels in Richtung Wirbelsäule. 
Herzmassage bei Kleinkindern mit übereinandergelegtem Zeige- und Mittelfinger beider Hände.  
 

Giftaufnahme über dem Mund
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In Abhängigkeit von der angenommenen Substanz und nach Rücksprache mit einer Beratungsstelle können folgende Erstmaßnahmen selbständig durchgeführt werden:

Verdünnung der Gifte durch Trinken von Wasser, Saft oder Tee. 
Binden der Giftsubstanzen durch Kohle (Ultracarbon).
 

Ultracarbon  (Aus der Apotheke, vorrätig halten.)
Inhaltsstoff: Aktivkohle (Kohle Pulvis, Carbo Medicinalis)
Universaladsorbens bei oralen Intoxikationen (Vergiftungen), außer bei Vergiftungen mit Säuren oder Laugen.


Erbrechen lassen oder Magenspülung nur unter ärztlicher Aufsicht. Nie Erbrechen auslösen bei Wasch- und Spülmitteln, Säuren und Laugen, Haarpflegeprodukten oder bei bewußtseinsgetrübten Personen (Aspirationsgefahr und Lungenkomplikationen möglich)

Merke:
Nie voreilig handeln, insbesondere ohne Rücksprache keine Milch geben und kein 
Erbrechen auslösen.
 

Giftaufnahme durch die Haut:

Vergifteten völlig entkleiden. Sofort alle befallenen Hautstellen mit reichlich Wasser (und Seife) waschen. Falls vorhanden Handschuhe tragen. Höchste Lebensgefahr bei Pflanzenschutzmitteln wie beispielsweise E 605.
 

Giftaufnahme über die Lunge:

Gefahr der Selbstvergiftung ist besonders groß!
Patienten an die frische Luft bringen. Fenster und Türen öffnen, für schnellste ärztliche Betreuung sorgen. Evtl. Mund-zu-Mund-Beatmung bis ärztliche Hilfe eintrifft. Wegen einer möglichen Selbstgefährdung des Helfers nie über, sondern stets neben dem Vergifteten einatmen. Vergifteten in warme Decken hüllen.
 

Augenverätzung:

10-15 Minuten unter fließendem Wasser auswaschen. Danach sofort (Augen-)arzt vorstellen.
 

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