Umwelterkrankungen
Wie der menschliche Organismus reagiert
 
Die toxikologische Risikobewertung / Diagnostik bezieht sich (leider nur) auf die Abschätzung einer zu erwartenden Häufigkeit einer gesundheitlichen Schädigung im Verhältnis zur Dosis eines Stoffes.

Auf dieser Grundlage definiert die Wissenschaft so genannte Grenzwerte. Das sind Werte, bei der ein schädigender Effekt gerade noch nachweisbar ist.

Bei langfristiger Disposition kann jedoch die Zufuhr kleinster Einzeldosen die gleiche toxische Wirkung zeigen wie die Zufuhr einer hohen Konzentration dieses Stoffes in kurzer Zeit.

Aus der Physik bestätigt dies die Habersche' Regel, die besagt, dass das Produkt aus Konzentration und Zeit, in der diese Konzentration zugeführt wird, konstant bleibt. Das heißt, bei dauernder Zufuhr einer unterschwelligen toxischen Belastung steigt die Giftigkeit mit der Länge der Zeiträume bis in das Unendliche.

Eventuelle Wechselwirkungen mit anderen Schadstoffen im Sinn einer Potenzierung bleiben dabei sogar noch unberücksichtigt.

Stoffe, die einzeln noch harmlos wirken, können in der Kombination mit anderen Stoffen in unserem menschlichen Organismus hoch toxisch wirken (z.B. bei Pestizide).

Auf Grund der Kompensationsmechanismen unseres Körpers ist eine isolierte Schadstoffzufuhr, insbesondere wenn sie bereits langjährig vorliegt, eher selten. Krankheitssymptome sind in der Regel eher ein Summationsproblem von Belastungen verschiedener Art.

Erst wenn unser individueller Kompensationsmechanismus durch eine Vielzahl verschiedener Einwirkungen überbeansprucht wird, kommt es zu einer meist chronischen Symptomatik, zu einer chronischen subklinischen Intoxikation.

Bei den hier aufgeführten Informationen ist aus den möglichen Expositionen und den darauf beruhenden Gesundheitsstörungen nur ein Bruchteil der vorhandenen Möglichkeiten, die ich Ihrer kritischen Betrachtung vorstellen möchte, dargestellt. Sie erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.
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Amalgam
Korrodierende Zahnfüllungen aus Amalgam geben Quecksilber ab.

Holzschutzmittelsyndrom
Ausgasungen verschiedener Toxine machen krank.

Chronic-fatique-Syndrom
Chronische Müdigkeit kommt auch oft als Begleiterkrankung vor.

Sick-Building-Syndrom
Umweltbelastungen in Gebäuden können krank machen.

Multiple chemical sensitivity
Die Auslöser können außerordentlich vielseitig sein.

Chronische subklinische Intoxikation
Umweltbelastungen und iatrogene Einwirkung als Ursache für somatische- und psychische Funktionsstörungen.


 






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Zahnamalgam

Amalgamfüllungen gehören auf den Sondermüll ?
Dort müssen sie seit Januar 1990 hin , wenn sie aus dem Zahn herausgebohrt werden! Seit diesem Zeitpunkt müssen die Zahnärzte Amalgamabscheider in ihrer Praxis installieren , damit Amalgamreste als Sondermüll (!) entsorgt werden können, da diese laut Bundesumweltamt den Klärschlamm so stark mit Quecksilber vergiften, dass er nicht mehr, wie früher üblich, auf die Felder ausgebracht werden darf!
 

In der Gebrauchsinformation zu Amalgam- Pulver der Fa. KERR heißt es unter anderem:

Anwendungsgebiete: Aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes sollte die Zahl der Amalgamfüllungen für den einzelnen Patienten so gering wie möglich sein, da jede Amalgamfüllung zur Quecksilberbelastung des Menschen beträgt .
 

Amalgam ist eine Legierung aus Quecksilber und anderen Metallen, z. B. Kupfer, Zinn und Silber. Legierung ist der chemische Begriff für ein Gemenge aus zwei oder mehr Metallen. Die Zahnfüllungen aus Amalgam enthalten ungefähr 50 Prozent Quecksilber. Dieses Quecksilber kann aus der Legierung freigesetzt werden. Meistens erfolgt die Freisetzung in Form von Quecksilbergas, das hauptsächlich über die Lunge in den Körper aufgenommen wird. 
Meistens kommt es durch Amalgamfüllungen nicht direkt zu einer Vergiftung. Die Beschwerden sind häufig unspezifisch. Wissenschaftlich anerkannt sind bis heute lediglich die Amalgamallergie und örtliche Veränderungen der Mundschleimhaut. 

 Die Betroffenen klagen oft über unspezifische Beschwerden, z. B.: 

Trotz dieser vielfältigen subjektiv empfundenen Symptome sind wissenschaftlich anerkannt nur folgende Erscheinungen: 
  • Zungenbrennen 
  • Metallgeschmack 
  • Geschmacksverlust oder andere Missempfindungen in der Mundhöhle 
  • Nach Zahnarztbesuch verstärkte Symptomatik 
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Holzschutzmittelsyndrom

Ursachen:
Ausdünstungen folgender Toxine: Dichlor- Diphenyl- Trichloretan DDT, Formaldehyd, Lindan, Pentachlorphenol PCP, Pyrethroide
Symptome und Verlauf:
Langsames Auftreten erst nach jahrelangem Kontakt: Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Depression, Vergeßlichkeit, Empfindungsstörungen an Händen, Füßen, Armen und Beinen, unklare Schmerzen, Reizerscheinungen an Augen, Atemwegen und Haut. Die Symptome klingen im Freien ab und treten in geschlossenen Räumen erneut auf.

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Chronic-fatique-Syndrom, CFS, Chronisches Müdigkeitssyndrom

Ursachen :
Einzelne Ursache ist bisher nicht belegt. Diskutiert wird: chronische Vireninfektion, Langzeiteinwirkung toxischer Umweltsubstanzen, Immunologische Grunderkrankung, psychiatrische Erkrankung
Symptome und Verlauf:
Hauptmerkmal: anhaltende Müdigkeit oder leichte Ermüdbarkeit, die nicht durch Schlaf verschwindet. Weiter: Halsschmerzen, Muskelschwäche, Myalgien, Kopfschmerzen, Gelenkschwellungen, Vergesslichkeit, Konfusion, Konzentrationsstörungen, Depression. CFS kann auch als Begleiterkrankung auftreten.

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Sick-Building-Syndrom
Ursachen:
überheizte Räume, niedrige Luftwechselraten in geschlossenen Räumen, Schimmelpilzsporen, chemische Ausdünstungen, oft auch Klimaanlagen, die die Luft nur recyceln und nicht erneuern.
Symptome und Verlauf:
Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Depression, Vergesslichkeit, Empfindungsstörungen an Händen, Füßen, Armen und Beinen, unklare Schmerzen, Reizerscheinungen an Augen, Atemwegen und Haut. Die Symptome klingen im Freien ab und treten in geschlossenen Räumen erneut auf.

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Multiple chemical sensitivity (MCS)

"Überempfindlich" gegen die Umwelt

Im Schuhgeschäft fühlen sie sich schwindelig, an Straßenkreuzungen bleibt ihnen die Luft weg, wenn sie Parfüm riechen, wird ihnen übel: So ergeht es Menschen, die an der Multiplen Chemikaliensensibilität (MCS) leiden. 

Es gibt bisher kein wissenschaftlich belegtes pathophysiologisches Konzept. Eine Disposition zur Überempfindlichkeit scheint Voraussetzung zu sein. Betroffene nennen als Auslöser u.a.: Motorabgase, Passivrauch, Formaldehyd, Ausgasungen von Kleber, Fotokopierern, Laserdruckern, Druckerschwärze, Motorabgase, auch normale Umgebungsluft.
Die Klinische Ökologie nennt die MCS auch Neuroallergie, weil der Körper ähnliche Wirkungen zeigt wie bei einer Allergie. Im Unterschied zur Allergie, so vermutet man, spricht jedoch nicht das Immunsystem auf die Umweltstoffe an, sondern das Nervensystem. Die Allergie ist eine eindeutig festgelegte Antwort des Körpers, seine Reaktionen auf Chemikalien sind jedoch undefiniert und vielfältig. Die Krankheitssymptome können sich auf verschiedene Organsysteme erstrecken: Hals-Rachenraum, Herzkreislaufsystem, Lunge, Gelenke und Magen-Darm-Trakt - fast immer ist auch das Zentralnervensystem betroffen. Schwere Nervenerkrankungen, Entzündungen des Gehirns und anderer Organe können die Folge der MCS sein und die Lebensqualität gravierend mindern.
Da man die genaue Ursache der Krankheit bisher nicht klären konnte, kann man sie immer nur von den Symptomen ausgehend bestimmen. Mehrere chemisch nicht verwandte Chemikalien lösen sie aus. Sie entfalten ihre Wirkung in Mengen, die einem gesunden Menschen nichts ausmachen oder die bisher als unschädlich galten. Charakteristisch ist auch, dass die Zahl der unverträglichen Stoffe im Laufe der Krankheitsgeschichte zunimmt. Bei Menschen die beruflich mit Chemikalien zu tun haben findet man ein erhöhtes MCS- Risiko.
Die Anzeichen einer Multiplen Chemikaliensensibilität sind von Fall zu Fall verschieden. Charakteristisch ist, dass die Reaktionen auf die Umweltstoffe meist sofort erfolgen, also nach wenigen Sekunden oder Minuten. Alle Organsysteme können betroffen sein. Die häufigsten Symptome, die durch eine MCS einzeln oder aber in Kombination auftreten können, sind: 

  • extreme Geruchsempfindlichkeit
  • Kopfschmerzen
  • Atemprobleme
  • Schwindelanfälle
  • plötzliche Übelkeit
  • Schleimhautreizungen
  • Muskelschmerzen
  • Müdigkeit
  • Wahrnehmungsschwierigkeiten
  • Vergesslichkeit
  • Konzentrationsschwäche


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Chronische subklinische Intoxikation (Vergiftung)

(Ist ähnlich der MCS, die Disposition auf eine auslösende Überempfindlichkeit fehlt)

Umweltbelastungen und iatrogene Einwirkung als Ursache für somatische- und psychische Funktionsstörungen.

Chronische Intoxikationen durch Schwermetalle und Chemikalien (besonders Pestizide), die einzeln oder durch synergetische Effekte zu körperlichen und psychischen Störungen führen.

Chemische Medikamente die neben ihren multiplen Nebenwirkungen auch zu einer Intoxikation bestimmter Organe (Leber, Niere, Nerven) führen.

Patienten mit/oder nach Krebserkrankung haben in der Regel schwere toxische Belastungen aus der tumorhemmenden Therapie durch Zytostatika und Strahlenwirkung und aus dem toxischem Stoffwechsel mit den Zerfallsprodukten des Tumorgeschehens. Infolge der aggressiven chemischen Therapie kommt es auch zu Substanzdefiziten von Vitaminen und Spurenelemente,  Als Folge können körperliche und/oder psychische Symptome auftreten.
 

Durch anhaltene Exposition mit Schwermetallen und Chemikalien, auch bei niedrigster Aufnahme/Resorption, werden durch Interaktionen essentielle Elemente und andere lebenswichtige Stoffe im Organismus verdrängt was zu einer unspezifischen Symptomatik führt. 
 

Unfruchtbar durch Umweltgifte?

Hormonell wirksame Chemikalien rufen Veränderungen im endokrinen (hormonellen) System von Mensch und Tier hervor. Beispiel Tributylzinn (TBT): Es besteht der Verdacht, dass TBT, das für Schiffsanstriche verwendet wird, dafür verantwortlich ist, dass bei über 150 Meeresschneckenarten die weiblichen Tiere vermännlichen und sogar männliche Geschlechtsorgane ausbilden.

Zu den Chemikalien mit hormonähnlicher Wirkung zählen Weichmacher, Flammschutzmittel und Organozinnverbindungen. Sie sind in Lacken, Klebstoffen, Textilien sowie Kosmetikartikeln zu finden. Weil sie im Verdacht stehen, nicht mehr umkehrbaren Vermännlichungs- bzw. Verweiblichungseffekten auszulösen, sind sie jedoch in Verruf gekommen. Täglich nehmen wir hormonähnliche Chemikalien in winzigen Mengen über die Nahrung, Atemluft und den Körper auf. 
Problematisch ist unter anderem auch der Weichmacher DEHP (Diethylhexylphthalat), den die Industrie Kunststoffen zusetzt, um sie elastisch zu machen.
Wo sich viele Kunststoffe türmen, wie beispielsweise im Krankenhaus, sind hohe DEHP-Konzentrationen, aber an der Tagesordnung, auch für Kinder. Hier kommt man mit Infusionsschläuchen, Beatmungsmasken und Spritzen in direkten Körperkontakt, DEHP gelangt in hochkonzentrierten Mengen in den Körper. Bei Operationen etwa legen Ärzte die Kunststoffe direkt in die Blutbahnen.
Forscher um Steffan Loff von der Uniklinik Mannheim haben jetzt herausgefunden, dass besonders Früh- und Neugeborene in Krankenhäusern mit hormonverdächtigem Weichmachern aus Kunstoffen belastet sind. (Journal of Pediatric Surgery, Bd.35, S.1775, 2000).

Die Struktur der Chemikalien ähnelt der der körpereigenen Hormone, die die Entwicklung der Fortpflanzungsorgane, des Gehirns und Immunsystems steuern. Über die Nahrung, die Haut oder den Atem gelangen diese Stoffe in den tierischen und menschlichen Organismus. Wegen ihrer meist guten Fettlöslichkeit erreichen sie alle Bereiche des Körpers gut. Gelangen sie zu den entsprechenden Organen, docken sie dort direkt an die gleichen Bindungsstellen an, die auch die körpereigenen Hormone benutzen. Dadurch kommen dann die hormonähnlichen Effekte zu Stande. Sie können auch die Wirkung der körpereigenen Hormone blockieren, indem sie sie an bestimmten Bindungsstellen verdrängen.
Auch Schwermetalle, wie z.B. Blei, können hormonähnliche Wirkungen hervorrufen.

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Klaus J. Benner
Heilpraktiker