So geht man vor bei der Anwendung 
von Wickel und Umschläge
 

Leintuch
Leintuch ausreichend groß auswählen, einmal falten und bereitlegen. Das Leintuch überragt im gefalteten Zustand die zu behandelnde Körperfläche.

Frisches Wasser
Gefaltetes Leintuch in frischem, kalten Wasser voll saugen lassen und kräftig auswinden. Durch das Auswinden wird überschüssiges Wasser entfernt. Das Vorwässern ist nötig, um die Gewebefasern zum Anquellen zu bringen. 

Körper
Das gefaltete, getränkte Leintuch auf die zu behandelnde Körperstelle legen.

Moltontuch
Unmittelbar darauf Moltontuch legen, straff ziehen und mit Sicherheitsnadeln befestigen.

Keine Zwischenlage
Um die Entstehung der Dunstatmosphäre nicht zu behindern, darf kein zusätzliches Tuch zwischen die Wickeltücher gelegt werden. In allen Fällen, wo der Wickel um den Körper oder um einen Körperteil geschlungen wird, legt man sich auf die vorbereitete Wickelgarnitur. So können die Tücher straff gezogen werden, damit sie vollständig fixiert, ohne Luftkammern, auf der Haut anliegen. Anschließend den Körper bis zum Hals mit der Bettdecke oder mit einer Wolldecke einpacken. Alle großen Wickelanwendungen sind Bettanwendungen.

Wickel -kalt-
Der Wickel wird kalt angelegt. Temperatur etwa 15°C. Heiße Wickel sind eine Ausnahme. Durch den Kältereiz löst der Wickel eine Mehrdurchblutung aus. Schon wenige Sekunden nach der Anlage des Wickels stellt sich ein Wohlgefühl ein. Der Wickel wird warm und bewirkt im weiteren Verlauf ein zunehmendes Wärmegefühl, er dünstet. Die Wickeltücher werden spätestens dann abgenommen, wenn sie trocken geworden sind. Bei starker Entzündung wird sofort ein neuer Wickel angelegt.

Einwirkungszeit
Wickel bleiben eineinhalb Stunden oder länger am Körper. Temperaturmessungen an der Haut unter dem Wickel zeigten, dass die Hauttemperatur schon nach einer Viertelstunde anzusteigen beginnt und im Verlauf von einer bis eineinhalb Stunden Werte erreicht, die knapp unter der normalen Bluttemperatur liegen. Während der Einwirkungszeit des Wickel stellt sich körperliche Entspannung ein. Der Entspannung folgt Schmerzlinderung und Schlafförderung. Der Schlafende muss nach Ablauf von eineinhalb Stunden nicht geweckt werden.

Wickel – heiß/warm
Koliken sind schmerzhafte Verkrampfungen der Muskulatur. Zur Lösung der schmerzhaften Krämpfe werden als einzige Ausnahme Wickel in heißer Form, aber ohne das die Haut verbrüht wird, angelegt. Sie bleiben nur eine halbe Stunde lang am Körper und werden abgenommen, bevor sie auskühlen.
Das Leintuch wird zum Vorwässern nicht in kaltes, sondern in heißes Wasser getaucht. Man nimmt zum Auswringen Gummihandschuhe zu Hilfe, um keine Verbrühungen an den Händen zu erleiden. So kann der heiße Wickel auf den Körper gebracht werden und der im Bett eingepackte Patient behält ihn für die Dauer einer halben Stunde am Körper.

Wickel – Arzneizusatz
Bei bestimmten Wickelanwendungen und Umschlägen hat sich ein Arzneizusatz bewährt, der dem Wickelwasser beigegeben oder auf der Körperseite des Wickels aufgetragen wird.

  • Arnika-Essenz: bei blauen Flecken, bei Verstauchungen und Quetschungen.
  • Calendula-Essenz: bei Hautabschürfungen.
  • Der ausgepresste Saft der Küchenzwiebel: bei Halsentzündung.
  • Quark: bei Entzündungen.
  • Zitronen- Melissen/-absud: als warmer Wickel bei nervösen Beschwerden und Koliken.
  • Obstessig: kann zur Hautpflege verwendet werden.
Zubereitungen aus Arnikablüten eignen sich hervorragend bei Zerrungen, Verstauchungen, Prellungen und Blutergüssen, aber auch bei rheumatischen Gelenkbeschwerden sowie bei oberflächlichen Venen-Entzündungen.

Nur bei intakter Haut
Wie bei allen wirksamen Arzneimitteln sind auch bei Zubereitungen aus Arnika einige Vorsichtsmaßnahmen zu beachten: Unverdünnt aufgetragen kann Arnikatinktur starke Hautreizungen mit Schwellungen und Bläschenbildung verursachen. Bei Salben und Gelen besteht diese Gefahr hingegen nicht. Dennoch ist bei geschädigter Haut Vorsicht geboten. Bei längerer Anwendung können Ekzeme auftreten. Wer gegen Korbblütler allergisch ist, sollte besser ganz auf Arnikapräparate verzichten.

Eine Alternative zu Arnika ist Beinwell
Schon im antiken Griechenland gehörte Beinwell zu den wichtigsten Arzneikräutern. Seine griechische Bezeichnung «Symphytum» ist Programm: Sie bedeutet «verbinden» oder «zusammenwachsen» lassen. Im Mittelalter war Beinwellwurzel für ihre gute Heilwirkung bei Knochenbrüchen, Wunden und Geschwüren bekannt. Danach geriet die Heilpflanze jahrhundertelang in Vergessenheit. Heute werden ihre entzündungshemmenden und wundheilenden Eigenschaften in der Sport- und Unfallmedizin zur Behandlung von stumpfen Verletzungen wie Prellungen, Zerrungen und Verstauchungen mehr denn je geschätzt.



Ein altes und bewährtes Hausmittel, als Auflage, Wickel oder Packung, ist die Anwendung des Kohlblattes bei allen Schwellungen, Entzündungen, Schmerzzuständen und Rheumatischen Beschwerden.


Anwendung:

Man nimmt ganz frische, äußere, dunkelgrüne Kohlblätter von Wirsing oder Weißkohl (Wirsing ist weicher), wäscht sie, entfernt den vorstehenden Teil der Blattachse und walzt dann die Blätter z.B. mit einer Flasche, um sie recht weich zu machen und die Blattrispen zu zerquetschen, wärmt sie in handwarmem Wasser oder auf einem heißen Topfdeckel an, legt sie auf die kranke Stelle, mehrere Blätter übereinander, und bindet sie mit einem Verband fest. Morgens und abends erneuern.

Auch bei Asthma, Bronchitis, kann die Kohltherapie mit guten Erfolg angewandt werden. Morgens und abends auf Brust und obere Bauchgegend einen Umschlag aus vier größeren Blättern.


„Kühle“ Menschen
Sie nehmen verständlicherweise eine zu respektierende Abwehrhaltung gegen kalte Wickel ein. Auch der kalte Wickel darf nur an warmen Personen angelegt werden. Der kühle Mensch muss sich folglich warm machen, bevor er mit dem kalten Wickel bedeckt wird. Mit Gymnastik oder Kniebeugen, oder einem heißen Vollbad wird man am besten schnell warm. Sehr zu empfehlen ist es, die Bettwärme der frühen Morgenstunde auszunutzen.

Zu hohe Körpertemperatur
Sie beginnt oft mit Schüttelfrost. In diesem Stadium muss dem Körper Wärme zugeführt werden, am besten mit einem warmen kurzen Vollbad. Bei ansteigenden Körpertemperaturen bis hin zu Überwärmung führt man die überschüssige Hitze durch kalte Wickel ab. Sie werden schnell warm und trocken. Die Hitzeableitung geschieht physikalisch auf natürliche Weise. Kreislauf und Nervensystem werden geschont.

Chronische Verlaufsformen stumpfer Verletzungsfolgen
Sie verlaufen fieberfrei. Eine vollständige Ausheilung ist nur dann möglich, wenn der Verlauf in einen reaktionsfähigen Zustand zurückgeführt wird. Mit Wickeln werden die Gefäß- und Abwehrreaktionen neu entfacht. Die Behandlung chronischer Verlaufsformen erfordert begreiflicherweise mehr Zeit und es müssen täglich zwei bis drei Wickel einwirken können.

Hinweis
Jede Selbstbehandlung hat ihre Grenzen. Wenn die Behandlung erfolglos bleibt, die Erkrankung stetig an Schwere zunimmt bzw. keinerlei Besserung eintritt oder wenn Sie einfach ein ungutes Gefühl dabei haben - dann sollten Sie sich in medizinische Behandlung begeben.
 


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RETTERSPITZ äußerlich, seit 1902, flüssiges Naturheilmittel zur äußerlichen Anwendung mit Wickeln, Umschlägen und Nassen Strümpfen. Die äußerlich anzuwendende Flüssigkeit ist von trüb-milchiger Beschaffenheit und hat einen aromatisch-herben Geruch.

Inhaltsstoffe von RETTERSPITZ äußerlich:

Bestandteile: Zitronensäure, Weinsäure, Alumen,
Rosmarinöl, Arnikatinktur, Thymol.
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Zitronenöl, Bergamottöl furocumarinfrei, 
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Bei infektiösen Prozessen, Hirnhautentzündung, bei Entzündungen am Ohr, Ohrmuschel, äußerer Gehörgang, Ohrspeicheldrüse, Mumps. Bei schmerzhaften Schwellungen nach Zahnbehandlung, bei oberflächigen Verletzungen am Kopf. Bei Störungen der Durchblutung der Kopfhaut, bei dadurch verursachten Ernährungsstörungen des Haarbodens mit Haarausfall und Schuppen.

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